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Die Durchflussmessung mittels Differenzdruck gehört zu den am häufigsten eingesetzten Verfahren in der industriellen Messtechnik. Unabhängig davon, ob Blenden, Venturi-Düsen, Staudrucksonden oder vergleichbare Primärelemente eingesetzt werden – allen Verfahren liegt dasselbe physikalische Prinzip zugrunde: Der Durchfluss steht im Zusammenhang mit der Quadratwurzel des gemessenen Differenzdrucks.
Auf dieser Seite finden Sie grundlegende Berechnungsformeln in SI-Einheiten, eine Legende der verwendeten Formelzeichen sowie Hinweise zur korrekten Anwendung bei Gasen/Dampf und Flüssigkeiten. Ziel ist eine schnelle Referenz für technische Rückfragen und Plausibilitätsprüfungen.
Bei Differenzdruckverfahren gilt vereinfacht: Durchfluss ∝ √(Δp). Deshalb taucht in nahezu allen Rechenansätzen die Wurzel aus dem Differenzdruck auf. Je nach Medium und Betriebsbedingungen kommen zusätzliche Korrekturen hinzu.
qm = √(1/ζ) · ε · (π/4) · d² · √(2 · dp · ρB)
Beschreibung des Massendurchflusses aus dem gemessenen Differenzdruck. Rechnen Sie möglichst in SI-Einheiten (dp in Pa, d in m, ρ in kg/m³).
qm = qm,D · √( dpB / dpD )
qm = qm,D · √( (pB·TD) / (pD·TB) ) · √( dpB / dpD )
Wichtig: Druck als Absolutdruck und Temperatur in Kelvin einsetzen.
Zur Veranschaulichung eine einfache Berechnung des Massendurchflusses:
qm = √(1/2,8) · 1 · (π/4) · 0,1² · √(2 · 2000 · 1,2)
Ergebnis: qm ≈ 0,325 kg/s
In diesem Beispiel wird aus dem Differenzdruck zunächst der Massendurchfluss und daraus der Betriebs- und Normvolumenstrom berechnet. (Normbedingungen hier beispielhaft: pN = 101325 Pa, TN = 273,15 K)
qm = √(1/ζ) · ε · (π/4) · d² · √(2 · dp · ρB)
Ergebnis (gerundet): qm ≈ 0,347 kg/s
qB = qm / ρB
Ergebnis (gerundet): qB ≈ 1.119 m³/h
qN = qB · (pB/pN) · (TN/TB)
Ergebnis (gerundet): qN ≈ 1.000 Nm³/h
Hinweis: Je nach Normdefinition (z. B. 0 °C oder 15 °C) und je nach Gaszusammensetzung können sich die Normwerte unterscheiden. Für genaue Auslegungen sind die jeweiligen Normbedingungen und Gasdaten festzulegen.
| Symbol | Bedeutung | SI-Einheit |
|---|---|---|
| qm | Massendurchfluss | kg/s |
| qB | Volumenstrom (Betrieb) | m³/s |
| qN | Normvolumenstrom | Nm³/s |
| dp | Differenzdruck | Pa |
| d | Innendurchmesser | m |
| ρB | Dichte (Betrieb) | kg/m³ |
| ρN | Normdichte | kg/m³ |
| ζ | Widerstandsbeiwert | – |
| ε | Expansionszahl | – |
| p | Absolutdruck | Pa |
| T | Temperatur | K |
| v | mittlere Strömungsgeschwindigkeit | m/s |
Der Durchfluss ist proportional zur Quadratwurzel des Differenzdrucks. Deshalb wird entweder im Messumformer oder in der Auswertung eine Radizierung durchgeführt.
Ja. Für Gasberechnungen ist Absolutdruck erforderlich. Bei Überdruckmessungen muss der Umgebungsdruck addiert werden.
Die Gasdichte ändert sich mit Druck und Temperatur. Ohne Korrektur kann der berechnete Durchfluss deutlich abweichen.
Ja, das ist häufig der Fall. Prüfen Sie, ob Ihr Messumformer ein radiziertes Signal ausgibt. Andernfalls kann es passieren, dass in der Auswertung versehentlich „doppelt gewurzelt“ wird.
Nein. Das physikalische Grundprinzip gilt für alle Differenzdruckverfahren. Unterschiede ergeben sich nur aus den jeweiligen Geometriefaktoren (z. B. Primärelement, Einbauten, Abgriffe).