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Industriebeleuchtung für anspruchsvolle Anwendungen

Industrielle Beleuchtung bedeutet nicht zwangsläufig die Ausleuchtung einer kompletten Halle. In Maschinen, Anlagen und technischen Einrichtungen wird Licht häufig sehr gezielt benötigt: zur Prozessbeobachtung, für Kamerasysteme, an schwer zugänglichen Stellen oder unter Umgebungsbedingungen, bei denen Standardleuchten schnell an ihre Grenzen kommen.

Für solche Aufgaben bieten wir robuste Rohrleuchten und Sonderlösungen für industrielle Anwendungen. Je nach Ausführung stehen Lösungen für hohe und sehr niedrige Temperaturen, explosionsgefährdete Bereiche, aggressive Umgebungen sowie hohe mechanische und klimatische Belastungen zur Verfügung.

Beleuchtung als Teil der technischen Anwendung

Die Auswahl einer geeigneten Leuchte richtet sich nicht allein nach der benötigten Lichtleistung. Entscheidend sind die tatsächlichen Bedingungen am Einbauort.

  • Umgebungstemperatur und Temperaturwechsel
  • Feuchtigkeit, Reinigung und Hochdruckreinigung
  • Staub und mechanische Verschmutzung
  • Vibrationen und Stoßbelastungen
  • chemische oder korrosive Atmosphäre
  • explosionsgefährdete Bereiche
  • verfügbarer Bauraum und Einbaulage
  • gewünschte Lichtverteilung und Beleuchtungsstärke

Aus diesen Angaben wird die geeignete Bauform, Lichtleistung, Optik, Materialausführung und elektrische Anschlusstechnik ausgewählt.

Beleuchtung für Kameras und Prozessbeobachtung

Bei industriellen Kameras ist die Beleuchtung ein wesentlicher Bestandteil der Anwendung. Eine hochwertige Kamera kann nur das zuverlässig erfassen, was unter den tatsächlichen Betriebsbedingungen ausreichend und reproduzierbar beleuchtet wird.

Insbesondere bei der Überwachung von Maschinen, Behältern, Förderstrecken oder Prozessbereichen kann eine direkt an der Anwendung angeordnete Leuchte wesentlich bessere Ergebnisse liefern als die allgemeine Raumbeleuchtung.

Bei der Auslegung betrachten wir deshalb Kamera und Beleuchtung möglichst gemeinsam. Wichtige Punkte sind beispielsweise:

  • Blickrichtung und Sichtfeld der Kamera
  • Abstand zwischen Kamera, Leuchte und Beobachtungsbereich
  • Reflexionen an metallischen oder glänzenden Oberflächen
  • Schattenbildung durch Einbauten
  • verfügbarer Einbauraum
  • Temperatur und Umgebungsbedingungen
  • erforderliche Schutzart
  • gegebenenfalls vorhandene Ex-Zone

Explosionsgefährdete Bereiche

Für explosionsgefährdete Bereiche stehen ATEX- und IECEx-zertifizierte Leuchten zur Verfügung. Abhängig von der jeweiligen Baureihe können Anwendungen in Gas- und Staub-Ex-Bereichen realisiert werden.

Das Programm umfasst unter anderem Ausführungen für:

  • Gas Zone 2
  • Gas Zone 1
  • Staub Zone 21
  • Staub Zone 22

Die konkrete Auswahl erfolgt anhand der Zoneneinteilung, Gas- oder Staubgruppe, Temperaturklasse, Umgebungstemperatur und der mechanischen bzw. chemischen Anforderungen.

Je nach Ausführung sind beispielsweise Kennzeichnungen bis II 2G Ex eb mb IIC T6 Gb für Gasbereiche sowie II 2D Ex tb IIIC für Staubbereiche verfügbar.

Hohe Temperaturen

Elektronik und LED-Technik reagieren empfindlich auf dauerhaft hohe Umgebungstemperaturen. Für industrielle Anwendungen stehen deshalb unterschiedliche Hochtemperaturkonzepte zur Verfügung.

  • kompakte LED-Leuchten bis etwa +70 °C
  • LED-Ausführungen mit abgesetztem Treiber bis +85 °C
  • Borosilikatglas-/Edelstahlausführungen mit abgesetztem Treiber bis +105 °C
  • Spezialleuchten für Prozess- und Ofenanwendungen bis +200 °C

Bei den Ausführungen mit abgesetzter Elektronik verbleibt nur der für die hohe Temperatur ausgelegte Leuchtenteil am Prozess. Der Treiber wird außerhalb des heißen Bereichs installiert und kann je nach Ausführung über größere Leitungslängen mit der Leuchte verbunden werden.

Prozessbeleuchtung bis 200 °C

Für besonders hohe Temperaturen steht eine robuste Rohrleuchte zur Verfügung, die speziell für Prozess- und Ofenanwendungen entwickelt wurde. Im Gegensatz zu den niedrigeren Temperaturbereichen wird hier keine LED-Technik eingesetzt.

Die Leuchte arbeitet mit speziellen E27-Hochtemperatur-Glühlampen und ist für Umgebungstemperaturen von -20 … +200 °C ausgelegt. Das Gehäuse besteht aus Borosilikatglas, die mechanischen Komponenten aus Edelstahl und die Dichtungen aus Silikon.

Damit können auch Bereiche beleuchtet werden, in denen konventionelle LED-Leuchten aufgrund der Umgebungstemperatur nicht mehr eingesetzt werden können.

Chemisch und korrosiv belastete Bereiche

Bei chemisch belasteten Anwendungen ist nicht nur die Elektronik der Leuchte entscheidend. Auch Gehäuse, Endkappen, Befestigungen, Dichtungen und Kabeleinführungen müssen zur Umgebung passen.

Je nach Baureihe stehen deshalb unterschiedliche Werkstoffkombinationen zur Verfügung:

  • Polycarbonat
  • coextrudiertes Polycarbonat / PMMA
  • Borosilikatglas
  • Edelstahl V2A
  • Edelstahl V4A
  • EPDM- oder Silikondichtungen

Ausführungen mit Borosilikatglas und V4A-Komponenten eignen sich insbesondere für Anwendungen, bei denen eine hohe chemische oder korrosive Beständigkeit erforderlich ist.

Nässe, Reinigung und mechanische Belastung

Die Rohrleuchten sind für industrielle Umgebungen konstruiert und je nach Ausführung mit hohen Schutzarten erhältlich. Typische Ausführungen erreichen:

  • IP66 – Schutz gegen starkes Strahlwasser
  • IP68 – Schutz bei dauerhaftem bzw. definiertem Untertauchen
  • IP69K – Schutz bei Hochdruck- und Hochtemperaturreinigung
  • IK10 – hohe mechanische Stoßfestigkeit bei entsprechenden Gehäuseausführungen

Viele Ausführungen sind zusätzlich für Vibrationsbelastungen ausgelegt. Damit eignen sie sich auch für die Montage direkt an Maschinen und Anlagen.

Tieftemperaturanwendungen

Neben Hochtemperaturanwendungen stehen auch spezielle Lösungen für sehr niedrige Temperaturen zur Verfügung. Standardausführungen sind für Bereiche bis etwa -40 °C erhältlich, spezielle Varianten mit abgesetzter Elektronik bis -60 °C.

Dabei werden unter anderem auf die Temperatur abgestimmte LED-Module, Silikondichtungen sowie gegen Frost und Feuchtigkeit geschützte elektrische Verbindungen eingesetzt.

Lichtleistung und Lichtverteilung

Je nach Anwendung stehen unterschiedliche Leuchtenlängen, Lichtleistungen und Optiken zur Verfügung. Neben breit streuenden Ausführungen gibt es gezielt gerichtete oder asymmetrische Lichtverteilungen.

Damit kann die Beleuchtung auf den tatsächlichen Sicht- oder Arbeitsbereich konzentriert werden. Das ist insbesondere bei Kameras, Prozessbeobachtung und begrenzten Einbauräumen interessant.

Technische Möglichkeiten (ausführungsspezifisch)

Temperaturbereich: je nach Ausführung ca. -60 … +200 °C
Schutzarten: bis IP66, IP68, IP69K
Stoßfestigkeit: bis IK10, Borosilikatglas-Ausführungen teilweise IK07 / IK05
Ex-Schutz: ATEX / IECEx, je nach Baureihe für Gas Zone 1 oder 2 sowie Staub Zone 21 / 22
Gehäuse: Polycarbonat, Polycarbonat / PMMA, Borosilikatglas
Metallteile: Edelstahl V2A oder V4A
Dichtungen: EPDM oder Silikon
Lichtquellen: LED, bei Anwendungen bis 200 °C spezielle E27-Hochtemperatur-Glühlampen
Farbtemperaturen: je nach Ausführung typischerweise 3000 K, 4000 K, 5000 K oder 6500 K
Farbwiedergabe: CRI >80, spezielle Ausführungen bis CRI 95
Lichtverteilung: streuend, gerichtet, asymmetrisch oder elliptisch – abhängig von der Baureihe
Befestigung: Edelstahlbandschellen, vielfach 360° ausrichtbar
Anschluss: Kabelverschraubung, Schnellsteckverbindung oder Vorverkabelung
Elektronik: integriert oder bei hohen bzw. sehr niedrigen Temperaturen abgesetzt

Welche Leuchte passt zur Anwendung?

Wir verstehen Industriebeleuchtung nicht als reines Katalogprodukt. Ausgangspunkt ist die technische Aufgabenstellung.

Für eine Auswahl benötigen wir im Wesentlichen:

  • Umgebungstemperatur
  • Einbauort und verfügbarer Bauraum
  • Art und Größe des zu beleuchtenden Bereichs
  • gewünschte Lichtleistung bzw. Sichtaufgabe
  • Umgebungsbedingungen und mögliche chemische Belastungen
  • erforderliche Schutzart
  • gegebenenfalls Ex-Zone und Ex-Anforderungen
  • elektrische Versorgung und gewünschte Anschlussart
  • bei Kameras zusätzlich Blickrichtung, Entfernung und Sichtfeld

Auf dieser Basis können Bauform, Werkstoffe, Temperaturausführung, Lichtleistung und Optik auf die jeweilige Maschine oder Anlage abgestimmt werden.

Welche Anwendung haben Sie?
Senden Sie uns Einbausituation, Umgebungstemperatur und die gewünschte Beleuchtungsaufgabe. Bei Kameraanwendungen betrachten wir Kamera und Beleuchtung gerne gemeinsam.

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